
Wie spürbar ist die Digitalisierung in der medizinischen und pflegerischen Versorgung in Kliniken und in der Niederlassung, in der ambulanten und der Langzeitpflege heute?
Über 560 Personen aus dem Thieme PULS Panel haben an der Online- Befragung vom 23. bis 29. März online teilgenommen. 301 Ärzt*innen und 260 in der Pflege Tätige haben ihr subjektives Empfinden im Hinblick auf die Digitalisierung mit uns geteilt.
Zusammenfassung
In weiten Teilen der Versorgung ist die Digitalisierung angekommen. Die erhoffte Entlastung bringt sie jedoch derzeit noch nicht: Digital gestützte Prozesse werden von Ärzt*innen und Pflegenden überwiegend als neutral oder belastend, oft auch ambivalent wahrgenommen. Als klaren Effizienztreiber erleben sie bislang nur wenige.
Spürbare Zeitgewinne bleiben bislang die Ausnahme. Für etwa ein Drittel führt Digitalisierung derzeit zu zusätzlichem Aufwand – verursacht durch langsame und komplexe Systeme, Mehrfacheingaben sowie parallele Dokumentation auf Papier und digital.
Wo Zeit eingespart wird, kommt diese häufig der unmittelbaren Patientenversorgung zugute. Gleichzeitig wird dieser Gewinn, insbesondere im Klinikalltag, zum Teil durch eine steigende Patientenlast aufgezehrt.
Die digitale Kompetenz ist hoch: Die Mehrheit fühlt sich sicher im Umgang mit digitalen Anwendungen im Arbeitskontext. Die zentralen Hürden scheinen somit weniger in fehlenden Fähigkeiten zu liegen. Vielmehr bremsen derzeit noch unzureichende Infrastrukturen und Systeme sowie unklare Prozesse die angestrebte Effizienzsteigerung aus.
Künstliche Intelligenz wird bislang kaum in standardisierten Arbeitsabläufen wahrgenommen. Gleichwohl wird sie informell bereits vielfach genutzt – etwa über private Smartphones. Das deutet auf einen bestehenden, bislang nicht gedeckten Unterstützungsbedarf hin.
Fazit: Die Teilnehmenden der Befragung verfügen über hohe digitale Kompetenz und eine grundsätzliche Offenheit gegenüber digitalen Lösungen. Deren Potenzial wird jedoch durch technische Defizite, Doppelerfassungen und fehlende organisatorische Einbettung bisher deutlich eingeschränkt.
Offen gefragt
Von den Befragen haben 430 Ärzt*innen und in der Pflege Tätige ihre subjektive Wahrnehmung in eigenen Worten geschildert. Hier die wesentlichen Punkt: