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Nach Klinikaufenthalt: Versorgungslücke erhöht Rückfallrisiko bei Depression

Frau von hinten mit Headset beim Telefonieren bei der Arbeit

Thieme TeleCare zeigt auf der DMEA hybride Nachsorgelösungen

Stuttgart/Berlin, April 2026 – Nach einem Klinikaufenthalt wegen Depression beginnt für viele Patientinnen und Patienten eine besonders sensible Phase: die Zeit bis zur ambulanten Weiterbehandlung. Oft vergehen schon heute mehrere Monate, bis ein Therapieplatz gefunden ist – aktuelle Beschlüsse zur Honorarabsenkung für ambulante Therapien könnten diese Zeitspanne noch weiter verlängern. In dieser Versorgungsunterbrechung steigt jedoch das Risiko für Rückfälle deutlich an. Hybride Nachsorgeangebote bestehend aus persönlicher psychologischer Betreuung und digitaler Unterstützung können hier stabilisieren – und werden auf der DMEA, Europas führender Messe für Digital Health, vom 21. bis 23. April 2026 in Berlin vorgestellt.

Im Durchschnitt warten Betroffene rund 20 Wochen auf eine ambulante Weiterbehandlung. Weil die Vergütung psychotherapeutischer Leistungen zum 1. April 2026 um 4,5 Prozent abgesenkt wird, steht zu befürchten, dass es für gesetzlich Versicherte nun noch schwieriger werden wird, einen ambulanten Therapieplatz zu bekommen. „Dabei ist die Zeit nach der Entlassung ein neuralgischer Punkt“, sagt Wolfgang Weber, Senior Vice President Thieme TeleCare. „Wenn Patientinnen und Patienten in dieser Phase allein bleiben, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sie wieder stationär behandelt werden müssen.“

Begleitung statt Versorgungsbruch: Wie das Angebot konkret funktioniert

Genau hier setzt das hybride Nachsorgeangebot von Thieme TeleCare an: Patientinnen und Patienten erhalten nach der Entlassung einen festen psychologisch geschulten Gesundheitscoach, der sie bis zu 12 Monate lang regelmäßig telefonisch begleitet. „Viele Betroffene fühlen sich nach der Entlassung zunächst überfordert“, sagt die Psychologin und Thieme-Gesundheitscoach Franziska Köhnecke. „Wir schauen gemeinsam auf konkrete Alltagssituationen und stärken die Fähigkeit, früh gegenzusteuern.“ In den Gesprächen geht es nicht um Therapie im engeren Sinn. Es geht um Alltag, um Situationen, die kippen können. Um frühe Warnzeichen. Um konkrete Schritte, wenn die Stimmung wieder abrutscht. Ergänzend nutzen die Teilnehmenden die Thieme TeleCoach App mit strukturierten Gesundheitspfaden, Übungen und verständlich aufbereiteten Informationen. Sie können Symptome beobachten, Fortschritte nachvollziehen und erhalten konkrete Impulse für den Alltag. Eine KI-gestützte Funktion liefert zusätzlich und schnell verlässliche Antworten auf individuelle Fragen auf Basis medizinisch geprüfter Inhalte.

Stabilität im Alltag – mit messbarem Effekt

Auswertungen zeigen: Teilnehmende solcher Programme berichten von besserer Lebensqualität und weniger depressiven Symptomen. Gleichzeitig sinkt die Wahrscheinlichkeit für erneute Klinikaufenthalte deutlich. Das hat auch wirtschaftliche Effekte: Wenn Rückfälle verhindert und kostenintensive Wiederaufnahmen vermieden werden, sinken die Ausgaben im Gesundheitssystem spürbar. „Entlastet werden damit nicht nur Kliniken, sondern auch Kostenträger und Versorgungsstrukturen insgesamt“, sagt Weber. Bislang sind solche Angebote jedoch nicht flächendeckend verfügbar und nur über Selektivverträge mit einzelnen Krankenkassen geregelt.

DMEA: Digitale Versorgung weiterdenken

Auf der DMEA in Berlin stellt Thieme TeleCare seine hybriden Angebote für die poststationäre Versorgung vor und zeigt, wie sich persönliche Betreuung und digitale Unterstützung sinnvoll verbinden lassen. Der Ansatz folgt einer klaren Leitidee: Patientinnen und Patienten stärker in den Mittelpunkt der Versorgung zu stellen und sie dabei zu unterstützen, ihre Gesundheit selbst aktiv zu gestalten.

Quellen:
(1) Lange Wartezeiten: Kassen fordern zentrale Terminvergabe für Psychotherapie | G+G Zugriff: 26.2.2026
(3) https://hohpublica.uni-hohenheim.de/items/3c0f921c-0e4e-41fb-b95c-88eba3a9a789 Zugriff: 26.2.2026